Verbindend. Inspirierend. Bunt.

Rückblick auf das LOTTIs 2021

alle Bilder wurden fotografiert von Moritz Schmid

LOTTIs

Kulturfestival auf dem Grünfels Areal

Lotti Stiefel war Schauspielerin und förderte die lokale Kultur. Die Menschen aus Rapperswil-Jona feiern mit dem LOTTIs spartenübergreifende Kunst, die verbindet. Dazu gehört auch Kritisches und Selbstkritisches das mit bunten und humorvollen Impulsen alle inspiriert. Das vielfältige Programm muss man erleben, um dabei zu sein.

Lotti Stiefel steht im Zentrum des Plots, der aus verschiedenen Perspektiven immer wieder neu erspielt wird. Der Park mit den Gebäuden bietet den Rahmen, der an jedem LOTTIs wieder neu erspielt wird. Kreativ kooperative Formen werden gefördert. Über die Jahre entsteht eine Reihe, die sich – auf wiederholenden Elementen aufgebaut – interaktiv mit dem Publikum entwickelt und so die kulturelle Identifikation mit Rapperswil-Jona ermöglicht.

Geschichte

Liegenschaft Grünfels

Das Areal, um die Villa, ist von einem wunderbaren Baumbestand und saftig grünen Blumenwiesen umgeben. Dazu gehören kleinere und grössere Nebengebäude, welche in das Festivalgeschehen einbezogen werden. Es gibt diverse schöne Orte um kleine bis mittlere Bühnen, Stände und Ausstellungen zu errichten.

Musikschule, ZaK & Kellerbühne

Seit etlichen Jahren nutzen Musikschule, Kellerbühne Grünfels und das ZAK diese historischen Gebäulichkeiten. Es hat genügend Platz für gastronomische Kultur, um sich mit Ein- heimischen und Exotischen Spezialitäten verköstigen zu können.

open Stage

Es soll Bühnen für Schauspieler, Musiker, Tänzer, Poeten und andere Kulturschaffende geben, sowie ansässigen Vereinen ermöglicht werden, ihr Wirken zu präsentieren. Dies kann gastronomische Angebote beinhalten, Workshops oder Präsentationen die Spass und Freude bereiten. Wir möchten den Rahmen und die Geschichte hinter dem Areal gerne nutzen und der gesamten Bevölkerung zugänglich machen.

Liselotte Stiefel

Stifterin der Villa Grünfels

Charlotte Munz war 1898 als Auslandschweizerin in Kalifornien geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter liess sie ihr Vater in die Schweiz bringen, wo sie vom kinderlosen Ehepaar Stiefel adoptiert wurde. Das Ehepaar Stiefel war wohlhabend und besass die Villa Grünfels. 

In Rapperswil-Jona besuchte sie die Volksschule, worauf sie nach Zürich ging, um die höhere Töchterschule und die Matura mit Primarlehrerdiplom zu absolvieren. Danach reiste sie nach München und Berlin, um sich als Schauspielerin auszubilden.

 In den goldenen Zwanzigern gab es in den europäischen Grossstädten unzählige, Cabarets, Varietés und Theater. Charlotte machte unter einem jüdischen Theaterdirektor, der vorwiegend politische Stücke inszenierte, als Lotte Lieven Karriere. In München lernte sie auch den grossen Schauspiel-Star der Zeit, Alexander Granach, kennen, der u.a. mit Brecht zusammenarbeitete und im Stummfilm Klassiker «Nosferatu» mitspielte.

Zwischen dem jüdischen Schauspieler und Charlotte entstand eine Liebesbeziehung, die bis zum Tode Granachs durch unzählige Liebesbriefe bezeugt ist (jüngst erschienen im Buch «Du mein liebes Stück Heimat – Briefe an Lotte Lieven aus dem Exil», Augsburg 2008). Es soll die Liebe gewesen sein, die sein Leben rettete

Die begabte Schauspielerin spielte bis 1935 an Berliner Bühnen, kehrte jedoch nach Zürich zurück, da sie aufgrund ihrer Beziehung zu Granach bedroht worden war. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 geriet der jüdische Schauspieler in den Fokus der Gestapo und mit ihm Charlotte.

In Zürich war sie zwei Jahre lang Mitglied des Schauspielhauses. Doch in der Heimat blieb der Erfolg auf der Bühne aus. 1940 zog sie sich von der Bühne zurück und wohnte wieder in der Villa Grünfels.

Charlottes soziales Engagement zeigte sich vor allem vor und während dem Zweiten Weltkriegs, in dem sie sich um Künstlerflüchtlinge und Emigranten kümmerte. Danach vollzog sie einen radikalen Lebenswandel: Sie lebte mit bis zu 20 Katzen in der Joner Villa und richtete dort ein Heim für herrenlose Katzen ein.

Mit 88 Jahren verstarb Charlotte Stiefel am 2. November 1986. Das Herrenhaus mit Anwesen vermachte sie testamentarisch der Gemeinde mit der Auflage das dies nur für kulturelle Zwecke genutzt werden dürfe.
Die Frankfurter Allgemeine (FAZ) vom 27. November 2008 bedauerte zu Lotte Lievens Tod in einem Artikel über Alexander Granach: «Mit ihrem Tod ging ein unschätzbarer Zeitzeuge verloren, den zu befragen niemand für nötig befunden hatte, was nicht zuletzt an ihrer Diskretion gelegen haben mag».

Kontakt

Anreise mit dem Auto

In Jona ab Kreisel Kreuzung St. Gallerstrasse /Allmeindstrasse:

1. Kreisel an der 3. Ausfahrt Richtung Allmeindstr. verlassen, Strassenverlauf folgen für 60m weiter auf Allmeindstrasse
2. Kreisel geradeaus fahren
3. Kreisel an der 3. Ausfahrt Richtung Werkstrasse verlassen.

Anreise mit dem Zug

Mit der S5/S15 bis Bahnhof Jona.
Von Zürich her kommend: Vom Perron führt direkt ein Fussweg zur Villa Grünfels (Eingang zur Kellerbühne rechts).
Von Rapperswil her kommend: Auf dem Perron weitergehen bis zur Überführung, Gleise überqueren und Sie stehen vor der Villa.