Verbin­dend. Inspi­rie­rend. Bunt.

vierter September 21

LOTTIs

Kultur­fe­stival auf dem Grünfels Areal

Lotti Stiefel war Schau­spie­lerin und förderte die lokale Kultur. Die Menschen aus Rapperswil-Jona feiern mit dem LOTTIs spartenübergreifende Kunst, die verbindet. Dazu gehört auch Kriti­sches und Selbst­kri­ti­sches das mit bunten und humor­vollen Impulsen alle inspi­riert. Das vielfältige Programm muss man erleben, um dabei zu sein.

Lotti Stiefel steht im Zentrum des Plots, der aus verschie­denen Perspek­tiven immer wieder neu erspielt wird. Der Park mit den Gebäuden bietet den Rahmen, der an jedem LOTTIs wieder neu erspielt wird. Kreativ koope­ra­tive Formen werden gefördert. Über die Jahre entsteht eine Reihe, die sich — auf wieder­ho­lenden Elementen aufge­baut — inter­aktiv mit dem Publikum entwickelt und so die kultu­relle Identi­fi­ka­tion mit Rapperswil-Jona ermöglicht.

Geschichte

Liegenschaft Grünfels

Das Areal, um die Villa, ist von einem wunder­baren Baumbe­stand und saftig grünen Blumen­wiesen umgeben. Dazu gehören kleinere und grössere Nebengebäude, welche in das Festi­val­ge­schehen einbe­zogen werden. Es gibt diverse schöne Orte um kleine bis mittlere Bühnen, Stände und Ausstel­lungen zu errichten.

Musikschule, ZaK & Kellerbühne

Seit etlichen Jahren nutzen Musik­schule, Kellerbühne Grünfels und das ZAK diese histo­ri­schen Gebäulichkeiten. Es hat genügend Platz für gastro­no­mi­sche Kultur, um sich mit Ein- heimi­schen und Exoti­schen Spezialitäten verköstigen zu können.

open Stage

Es soll Bühnen für Schau­spieler, Musiker, Tänzer, Poeten und andere Kultur­schaf­fende geben, sowie ansässigen Vereinen ermöglicht werden, ihr Wirken zu präsentieren. Dies kann gastro­no­mi­sche Angebote beinhalten, Workshops oder Präsentationen die Spass und Freude bereiten. Wir möchten den Rahmen und die Geschichte hinter dem Areal gerne nutzen und der gesamten Bevölkerung zugänglich machen.

Liselotte Stiefel

Stifterin der Villa Grünfels

Charlotte Munz war 1898 als Ausland­schwei­zerin in Kalifor­nien geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter liess sie ihr Vater in die Schweiz bringen, wo sie vom kinder­losen Ehepaar Stiefel adoptiert wurde. Das Ehepaar Stiefel war wohlha­bend und besass die Villa Grünfels. 

In Rapperswil-Jona besuchte sie die Volks­schule, worauf sie nach Zürich ging, um die höhere Töchterschule und die Matura mit Primar­leh­rer­di­plom zu absol­vieren. Danach reiste sie nach München und Berlin, um sich als Schau­spie­lerin auszubilden.

 In den goldenen Zwanzi­gern gab es in den europäischen Grossstädten unzählige, Cabarets, Varietés und Theater. Charlotte machte unter einem jüdischen Theater­di­rektor, der vorwie­gend politi­sche Stücke insze­nierte, als Lotte Lieven Karriere. In München lernte sie auch den grossen Schau­spiel-Star der Zeit, Alexander Granach, kennen, der u.a. mit Brecht zusam­men­ar­bei­tete und im Stumm­film Klassiker «Nosfe­ratu» mitspielte.

Zwischen dem jüdischen Schau­spieler und Charlotte entstand eine Liebes­be­zie­hung, die bis zum Tode Granachs durch unzählige Liebes­briefe bezeugt ist (jüngst erschienen im Buch «Du mein liebes Stück Heimat – Briefe an Lotte Lieven aus dem Exil», Augsburg 2008). Es soll die Liebe gewesen sein, die sein Leben rettete

Die begabte Schau­spie­lerin spielte bis 1935 an Berliner Bühnen, kehrte jedoch nach Zürich zurück, da sie aufgrund ihrer Bezie­hung zu Granach bedroht worden war. Nach der Macht­er­grei­fung der Natio­nal­so­zia­li­sten 1933 geriet der jüdische Schau­spieler in den Fokus der Gestapo und mit ihm Charlotte.

In Zürich war sie zwei Jahre lang Mitglied des Schau­spiel­hauses. Doch in der Heimat blieb der Erfolg auf der Bühne aus. 1940 zog sie sich von der Bühne zurück und wohnte wieder in der Villa Grünfels.

Charlottes soziales Engage­ment zeigte sich vor allem vor und während dem Zweiten Weltkriegs, in dem sie sich um Künstlerflüchtlinge und Emigranten kümmerte. Danach vollzog sie einen radikalen Lebens­wandel: Sie lebte mit bis zu 20 Katzen in der Joner Villa und richtete dort ein Heim für herren­lose Katzen ein.

Mit 88 Jahren verstarb Charlotte Stiefel am 2. November 1986. Das Herren­haus mit Anwesen vermachte sie testa­men­ta­risch der Gemeinde mit der Auflage das dies nur für kultu­relle Zwecke genutzt werden dürfe.
Die Frank­furter Allge­meine (FAZ) vom 27. November 2008 bedau­erte zu Lotte Lievens Tod in einem Artikel über Alexander Granach: «Mit ihrem Tod ging ein unschätzbarer Zeitzeuge verloren, den zu befragen niemand für nötig befunden hatte, was nicht zuletzt an ihrer Diskre­tion gelegen haben mag».

Kontakt

Anreise mit dem Auto

In Jona ab Kreisel Kreuzung St. Galler­strasse /Allmeindstrasse:

1. Kreisel an der 3. Ausfahrt Richtung Allmeindstr. verlassen, Stras­sen­ver­lauf folgen für 60m weiter auf Allmeind­strasse
2. Kreisel geradeaus fahren
3. Kreisel an der 3. Ausfahrt Richtung Werkstrasse verlassen.

Anreise mit dem Zug

Mit der S5/S15 bis Bahnhof Jona.
Von Zürich her kommend: Vom Perron führt direkt ein Fussweg zur Villa Grünfels (Eingang zur Keller­bühne rechts).
Von Rapperswil her kommend: Auf dem Perron weiter­gehen bis zur Überfüh­rung, Gleise überqueren und Sie stehen vor der Villa.

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